36 Millionen Hungertote
826 Millionen Menschen haben, so der Schweizer Soziologe, Autor und UNO-Sonderberichterstatter über das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, im Jahr 2000 "an permanenter Unterernährung gelitten, sind invalid geworden und haben jeden Tag und jede Nacht an Körper und Seele gelitten". 36 Millionen Menschen sind am Hunger gestorben. "Das macht etwa 100.000 Frauen, Kinder, Männer pro Tag - und all das auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt."
Mit einem halben Euro einen Menschen einen Tag am Leben halten
Im westafrikanischen Sierra Leone, wo schätzungsweise zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Bürgerkrieg, Vertreibung und Hungersnot waren und heute noch unter den Folgen der Kriegswirren leiden, wird mit nur einem halben Euro das Überleben eines Menschen für einen Tag ermöglicht.
Mit einer bedeutenden christlichen Kirche in diesem Land, der United Methodist Church (UMCSL), und den im Church Council (CCSL) vertretenen Religionsgemeinschaften arbeitet die Neuapostolische Kirche auf dem Gebiet der humanitären Hilfen eng zusammen. Die Zusammenarbeit ergab sich 1992, als durch den Bürgerkrieg im Land eine große Notsituation in der Nahrungsmittelversorgung entstand. Der Dachverband CCSL übernimmt heute vorwiegend die Organisation und Logistik, während von den Religionsgemeinschaften die Finanzmittel kommen, um Hilfsgüter zu kaufen. Eine überkonfessionelle Mitarbeitergruppe ist danach für die Verteilung der Hilfsgüter verantwortlich.
Die Neuapostolische Kirche ist assoziiertes Mitglied des CCSL auf dem Gebiet der Nothungerhilfe und fördert mit 30.000 Euro jährlich die Flüchtlingsnothilfe in den jeweils am meisten betroffenen Gebieten in Sierra Leone. Darüber hinaus betreut die UMCSL andere Gebiete, und unsere Kirche unterstützt zusätzlich die Aktivitäten von deren Hilfsorganisation.
Als vordringliche humanitäre Aufgaben in diesem Land sehen wir - neben der Nothungerhilfe für die Flüchtlinge - die Unterstützung von notleidenden Randgruppen wie Blinden und sonstigen Behinderten. Im Sinne einer Überlebenshilfe fördert die Neuapostolische Kirche überdies kleine bäuerliche Genossenschaften. Es sind "Hilfe-zur-Selbsthilfe"-Projekte, die die Wiederansiedlung von Flüchtlingen sichern und ihnen eine Zukunftsperspektive schaffen sollen.




